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    Begleitet von Protest und Printen: Angela Merkel besucht Aachen

    Es war Merkels letzter Auftritt vor der Wahl und Finale der Wahlkampftour von Armin Laschet. Ein Klima politischer Spannung erfüllte am Samstagmittag die Straßen von Burtscheid, als die beiden Politiker:innen auftraten.

    Am Abteiplatz in Burtscheid ist eine große Bühne aufgebaut, davor hunderte von Zuschauer:innen. CDU-Fans, Protestierende und Schaulustige drängen sich auf dem Platz, dicht an dicht stehen die Menschen. Durchkommen ist schwer und Abstand hält sowieso keiner, zu viele wollen unbedingt einen Blick auf Angela Merkel und Armin Laschet werfen.

    Ende der Wahlkampftour in Burtscheid

    Aachen ist Laschets letzte Station im Endspurt Richtung Kanzlerschaft. Am Sonntag entscheiden die Wähler:innen, ob Deutschland nach 16 Jahren CDU-regiert bleiben wird und Armin Laschet die Chance bekommt, Kanzler zu werden. Bis dahin stärkt Merkel dem Chef der Union bei dessen Wahlkampffinale in Burtscheid den Rücken. Auch in den letzten Tagen sind Laschet und Merkel oft zusammen unterwegs gewesen, so zum Beispiel in Stralsund, Angela Merkels altem Wahlkreis, und bei CSU-Chef Markus Söder in München.

    Dass der Abschluss der Wahlkampftour ausgerechnet in Burtscheid stattfindet, ist kein Zufall: Hier wuchs Armin Laschet auf, ging zur Schule und hier wohnt er auch bis heute zusammen mit seiner Frau.

    „Die Raute hat 16 Jahre Deutschland gut regiert, jetzt kommt der Klenkes“

    Eine Menge Patzer haben Laschets Beliebtheitswerte seit dem Sommer absaufen lassen – gekrönt am Wahltag durch das offene Zeigen des eigenen Stimmzettels. Umso wichtiger scheint es für die Union jetzt, ihm mit Merkel eine beliebte Politikerin zur Seite zu stellen. Sie betont seine Hingabe für Europa und lobt Armin Laschet als jemanden, der geprägt davon sei, Menschen mitzunehmen und Brücken zu bauen.

    Auch Laschet spricht viel von Europa und dem nötigen Zusammenhalt, der wichtiger sei denn je. Ob irgendjemand wirklich glaube, rot-rot-grün würden das europäische Erbe fortführen können, fragt er. Es folgt Lärm aus dem Publikum: junge CDU-Anhänger:innen auf der einen, Demonstrant:innen auf der anderen Seite.

    Von der Linken grenzt Armin Laschet sich klar ab und auch zur AfD bezieht er Stellung: „Mit der AfD reden wir nicht, kooperieren nicht, die müssen verschwinden aus den Parlamenten überall in Deutschland.“ Viel Applaus.

    „Die Raute hat 16 Jahre Deutschland gut regiert, jetzt kommt der Klenkes“, endet Laschets Rede. Noch mehr Applaus von seiner Fangemeinde.

    Zum Abschluss der Veranstaltung gibt es noch Geschenke von Nobis-Chef Michael Nobis: Drei gewaltig große Printen, mit zuckergussenem „Kanzler aus Aachen“, „Danke“ und „#wegenmorgen“ der CDU gewidmet, verschenkt er an Merkel und Laschet.

    Lauter Protest von Klima-Aktivist:innen

    Neben dem Beifall aus dem Publikum begleiten auch ein paar Dutzend Demonstrant:innen lautstark die Veranstaltung. Immer wieder buhen sie den CDU-Chef aus und streiten sich mit den Laschet-Fans auf der anderen Seite der Absperrung. Mit Slogans wie „Wo ist eure Klimapolitik?“ kritisieren sie auf ihren Plakaten die Politiker:innen, spielen auf die Korruptions-Vorfälle in der Union an und Armin Laschets höchstpersönliches Versagen, als er als Dozent an der RWTH Klausurnoten gefälscht hatte.

    Spontan melden die Aktivist:innen nach dem Wahlkampfauftritt noch eine Anti-Laschet-Demonstration Richtung Innenstadt an. Die Politiker:innen gehen, aber der Protest bleibt.

    Clara Heuermann
    Chefredakteurin, Alliterations- und Neologismen-Fan. Schreibt über Politik, Protest und das Leben in Aachen, wenn sie nicht gerade mit ihrem Hund die Eifel unsicher macht.

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