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    „¡Ni una menos!“ – Aachener:innen protestieren gegen Gewalt an Frauen

    Am 25. November ist der "Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen", wegen der Lockdowns ist das Thema aktuell wie selten zuvor. Demonstrationen, Kundgebungen und Protestaktionen wurden auf der ganzen Welt organisiert, auch hier in Aachen.

    Wenn du selber von Gewalt betroffen bist, findest du beim Hilfetelefon für Frauen Unterstützung: 08000 116 016

    „¡Ni una menos!“ steht auf dem Plakat einer jungen Frau. „Nicht eine weniger“. Es ist kalt, eisiges Novemberwetter, trotzdem steht am Elisenbrunnen eine Menschenmenge. Ungefähr 150 Demonstrant:innen haben einen Halbkreis um das Rondell gebildet, applaudieren den Rednerinnen. Es sind vor allem Jugendliche und junge Erwachsene, die an diesem Donnerstagabend gegen etwas protestieren, das für viele Frauen zum Alltag gehört: Gewalt.

    „Schämen müssen sich die Täter, nicht die Überlebenden“

    Jeden Tag versucht in Deutschland ein Mann, seine (Ex-)Frau zu töten. Jeden dritten Tag gelingt es ihm. Körperliche oder psychische Gewalt gegen Frauen ist ein weltweites Problem, das während der Lockdowns noch schlimmer geworden ist. Betroffenen Frauen fehlten Rückzugsmöglichkeiten und viele konnten sich keine Hilfe holen.

    Über das und noch viel mehr wollen auch die Rednerinnen sprechen. Sie erzählen Geschichten über die Schicksale von Frauen, die in Gewalt lebten, an ihr litten, starben. Eine ältere Dame von dem Verein „Frauen helfen Frauen“ spricht in ihrer Rede darüber, wie schwierig es für viele Frauen in gewalttätigen Beziehungen ist, sich Hilfe zu holen. Über die hohe Dunkelziffer derjenigen, die es nicht schaffen. „Auch im 21. Jahrhundert verheimlichen viele betroffene Frauen immer noch, dass sie Gewalt erfahren – aus Scham oder dem Gefühl heraus, sie trügen eine Mitschuld an dem, was geschehen ist“, erklärt sie. „Ich will es hier noch einmal in aller Deutlichkeit sagen: Schämen müssen sich die Täter, nicht die Überlebenden“. Viel Applaus vom Publikum.

    Über den Köpfen einer kleinen Gruppe Demonstrant:innen hängen die Flaggen vom Studierendenverband der Linken und der feministischen Initiative ROSA, die zur Organisation „Sozialistische Alternative“ gehört. An einem Stand werden Sticker, Flyer und die linke Zeitung Tacheles ausgeteilt.

    Das „Aachener Bündnis für ein Ende der Gewalt“ hat die Kundgebung ins Leben gerufen. Aus aktuellem Anlass: Heute, am 25. November, ist „Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“. Auf der ganzen Welt wird deswegen zu Demonstrationen aufgerufen.

    Aachen leuchtet in orange

    Wer heute in der Aachener Innenstadt unterwegs gewesen ist, dem könnte das orange angestrahlte Rathaus aufgefallen sein. Grund dafür ist die Kampagne „Orange the World“. Die soll daran erinnern, wie verbreitet Gewalt gegen Frauen noch ist, und zwar überall. Davon hat auch die RWTH mitbekommen: Von heute bis zum 29. November leuchtet ihr Hauptgebäude am Templergraben in orange.
    Das gleiche passiert auch in vielen anderen Städte auf der ganzen Welt: Brüssel zum Beispiel, wo das Gebäude vom Europaparlament orange strahlt.

    Protest endet mit Spontandemo

    Die Kundgebung am Elisenbrunnen ist zu Ende, der Protest geht weiter, jedenfalls für einige Dutzend linke und linksradikale Aktivist:innen. Mit einem spontan angemeldeten Demozug marschieren sie am Weihnachtsmarkt vorbei. Weihnachtsmusik vermischt sich mit Parolen wie „Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat“. Passant:innen machen schnell Platz, die Stimmung ist angespannt.
    Der Pulk erreicht die Pontstraße, ab hier sollen sich die Aktivist:innen sofort verstreuen, heißt es. Vielleicht aus Angst vor Eskalationen mit der Polizei. Eine halbe Minute später hat sich die Menge aufgelöst.

    Clara Heuermann
    Chefredakteurin, Alliterations- und Neologismen-Fan. Schreibt über Politik, Protest und das Leben in Aachen, wenn sie nicht gerade mit ihrem Hund die Eifel unsicher macht.

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