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    Das sind die Aachener des Jahres 2020

    Unsere Redaktion hat das Jahr 2020 Revue passieren lassen und dabei die wichtigsten Aachener:innen des Jahres gewählt. Zur Abstimmung standen verschiedene Aachener und Aachenerinnen aus Politik, Medien und Kultur.

    1. Sibylle Keupen

    Sibylle Keupen ist die Aachenerin des Jahres 2020. Unsere Redaktion wählte die 57-jährige Diplom-Pädagogin auf den ersten Platz. In zwei spannenden Kommunalwahl-Runden gewann sie im September für die Grünen gegen alle Gegenkandidaten und ist seit November Oberbürgermeisterin der Stadt Aachen.

    Die erste Frau im Aachener Chefsessel (nach 256 männlichen Vorgängern) holte in der Stichwahl mehr als zwei Drittel aller Stimmen. „Sibylle Who?“, fragte stirnrunzelnd die Taz, die BILD-Zeitung adelte unsere Stadt vor Begeisterung für den „historischen Machtwechsel“ zu einer „rheinischen Metropole“.

    2. Frauke Burgdorff

    Foto: Stadt Aachen / Andreas Herrmann

    Auf den zweiten Platz der Aachener:innen des Jahres 2020 hat es Frauke Burgdorff geschafft. Die 50-Jährige ist seit Ende 2019 Stadtbaurätin und steuert damit die Entwicklung von Aachen. Die gebürtige Hildesheimerin zeigte sich früh von der Stadt begeistert: „Sie kann Lebensqualität, Urbanität, Wissenschaft, Landschaft und sie kann neue Mobilität.“

    Seit ihrer Zeit in Aachen kam endlich auch Bewegung in die Planungen des Altstadtquartiers am Büchel. 35 Jahre, nachdem der Stadtrat den Abriss des Parkhauses beschloss, soll die Umsetzung nun nächstes Jahr erfolgen. Wir sind gespannt!

    3. Michael Klarmann

    Neonazi-Märsche, Friedens-Mahnwachen, Querdenken-Demos: Michael Klarmann kann man hier öfters antreffen – beruflich. Als freier Journalist beobachtete er unter anderem für die Aachener Nachrichten/Aachener Zeitung über rechtsextreme Vorfälle und Vernetzungen. Für seine Tätigkeit wurde er 2010 mit dem Bürgerpreis für Zivilcourage der StädteRegion Aachen ausgezeichnet.

    Für manche steht Michael Klarmann aber damit in der Schusslinie: Im September wurde er von einem „Corona-Rebellen“ wegen seiner Berichterstattung bedroht und verletzt. Klarmann hörte trotzdem nicht auf. Für unsere Redaktion gehört er damit zu den Aachener:innen des Jahres 2020.

    4. Oliver Schmitt

    Foto: Polizei Aachen

    „Immer wieder geht die Sonne auf“, sang Udo Jürgens schon in den 1960ern. Eine Botschaft, die in der Corona-Krise umso wichtiger ist. Der Aachener Polizeikommissar Oliver Schmitt sang deswegen das Lied neu ein. Feuerwehr-Wagen fuhren einen Monat lang durch die StädteRegion und spielten die Version aus Lautsprechern ab.

    Verbunden war die Kampagne mit dem Aufruf, sich in der Pandemie um ältere Menschen zu kümmern. Auf YouTube erreichte die Aktion über eine Million Menschen. Der singende Polizeikommissar und alle Beteiligten sind deswegen für unsere Redaktion Aachener:innen des Jahres 2020.

    5. We Won’t Be Quiet!

    Auf Platz 5 steht die Aachener Bewegung „We Won’t Be Quiet!“. Der Mord an George Floyd erschütterte 2020 die ganze Welt. Die Bilder der Black-Lives-Matter-Demonstrationen in den USA ließen viele von Rassismus betroffene Menschen auf Änderungen hoffen.

    Eine Gruppe von jungen Aachener:innen setzte sich Anfang des Sommers zusammen, um eigene Demonstrationen auf die Beine zu stellen. Die Freund:innen gründeten die Initiative „We Won’t Be Quiet!“. Für uns steht fest: Sie gehören zu den Aachener:innen des Jahres 2020.

    Vitus Studemund
    Schreibt über Protest, Politik und Glauben in Aachen. Durchwühlt Datensätze, beobachtet Demonstrationen und hat die Mate stets griffbereit.

    „Noch ein Lokal-Magazin, au huur!“

    "Noch ein Lokal-Magazin, au huur!", mag manch geneigter Leser jetzt denken. Dazu auch noch eines, das von einer Gruppe pickliger Jugendlicher gegründet und geführt...