Wenige Kilometer vor Lützerath protestierten am Samstag Anhänger:innen der “Lützerath lebt”-Bewegung in knöcheltiefem Matsch gegen den Abbau von Braunkohle unter dem verlassenen Dorf. Dabei kam es immer wieder zu Ausschreitungen zwischen der Polizei und einigen Demonstrant:innen.
Nach Angaben der Polizei waren 15.000 Menschen vor Ort, die Aktivist:innen sprechen von mindestens 35.000. Gegen Ende der Demonstration spaltete sich eine Gruppe von mehreren tausend Menschen vom Demonstrationszug ab und lief am Rand des Tagebaus entlang in Richtung Lützerath. Die Beamt:innen bildeten Polizeiketten um sie zu stoppen, konnten dem Druck der Aktivist:innen aber nicht lange stand halten. Erst kurz vor Lützerath wurde ihnen der Weg versperrt und nach Einbruch der Dunkelheit löste sich die Menschenmenge auf.
Polizist:innen wurden mit Erde beworfen und mit Pyrotechnik beschossen. Die Aktivist:innen kritisieren exzessive Gewalt seitens der Polizei, die im Laufe des Nachmittags Pfefferspray, Schlagstöcke und Wasserwerfer gegen die Richtung Lützerath vordringende Menschenmasse einsetzte. Laut Veranstalter:innen seien am Samstag eine “hohe zweistellige bis dreistellige Zahl” Aktivist:innen verletzt worden. Die Polizei zählt während der Räumungsarbeiten in und um Lützerath 70 Verletzte, die meisten davon vom Samstag, wobei viele der Einsatzkräfte etwa im Schlamm umgeknickt seien.